Mittwoch, 7. Mai 2025 - 19:00
Umstrittener Bergbau im Balkan – Veranstaltung im medico-Haus
Umstrittener Bergbau im Balkan. Filmscreening von Flotacija und Diskussion mit der Initiative ZBOR
Der Bergbau im Balkan wird ausgeweitet, insbesondere in Serbien und Bosnien-Herzegowina. Die Projekte werden als Initiativen zu einer 'grünen' Transition der verarmten und deindustrialisierten Peripherien der Europäischen Union beworben und gefördert. Die Realität sieht allerdings häufig anders aus, denn: Es existieren große Machtgefälle zwischen den kapitalistischen Kernländern Europas und dem post-jugoslawischen Raum sowie zwischen lokalen polit-ökonomischen Eliten und Arbeiter:innen. Neue Projekte schaffen oft nur eine geringe Anzahl an Arbeitsplätzen, während gleichzeitig eine schnelle und massive Ausbeutung von Rohstoffen stattfindet, die dann - etwa zur Elektrifizierung der deutschen Automobilindustrie - ins Ausland exportiert werden. An den Abbauorten gefährden diese Projekte jedoch die regionalen Lebensgrundlagen, z.B. Wasser und Wälder.
Die Hauptlast für die 'grüne' Transformation der europäischen Industrie scheinen die Balkanländer zu tragen. Doch die vielen Protestbewegungen auf dem gesamten Balkan, z.B. gegen den Lithiumabbau in Serbien, zeigen: es gibt Widerstand gegen den autoritären Extraktivismus im Namen der grünen Transformation und seine Folgen. Dieser konfliktgeladenen und widersprüchlichen Dynamik widmet sich eine Veranstaltungsreihe, die von einer Delegation des Netzwerks ZBOR (Združeni Balkanski Otpor i Rad) begleitet wird. An drei Standorten (Kassel, Berlin und Frankfurt) wird der Dokumentarfilm Flotacija (Zoë Aiano & Alesandra Tatić, 2023, 77 min) gezeigt. Im Anschluss an eine Podiumsdiskussion mit Aktiven des Netzwerks gibt es bei einem Getränk die Möglichkeit zu informellem Austausch.
Panel: Aktivist*innen der Initiative ZBOR aus Serbien und Bosnien-Herzegowina, Karin Zennig (medico international e.V.)
Moderation: Christin Stühlen (Peace Research Institute Frankfurt)
_source_ : message received on 24. März 15 Uhr