Freitag, 8. Mai 2026 - 14:55
Der antifaschistische Widerstand in Deutschland 1933..1945
- Befreiung Europas von Faschismus und Krieg am 8. Mai 1945
- Freitag, 08. Mai 2026,
- 15:00 Uhr
- Paulsplatz, 60311 Frankfurt am Main
Der antifaschistische Widerstand in Deutschland 1933..1945
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Was ist Faschismus?
Am Montag, 30. Januar 1933, um 11:15 Uhr hat der damalige Reichspräsident Hindenburg Hitler zum Reichskanzler ernannt. Damit begann die Macht der Faschisten in Deutschland.
Der Faschismus an der Macht ist die offene terroristische Diktatur der reaktionärsten, am meisten chauvinistischen, am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals.
Faschismus an der Macht bedeutet, im Inneren des Landes jede demokratische Regung zu knebeln, damit ungestört Kurs auf Rüstung und Krieg genommen wird. Faschismus an der Macht bedeutet schwerste Opfer für das eigene Volk, sodann aber auch für unsere Nachbarvölker.
Was ist Faschismus?
Der Faschismus von heute hat äußerlich nichts mit dem aus der Vergangenheit zu tun. Keine Uniformen, Stechschritt oder erhobener Gruß. Nein, er ist modern, raffiniert verpackt und wird mit PR verkauft. Aber der Geist, der dahinter steckt, die totale Kontrolle und Ausbeutung, die Zensur, die Mediengleichschaltung, die Lügen, die Unterdrückung und die Angriffskriege, die Resultate sind dieselben. (Umberto Eco) -
Wie verhielten sich die verschiedenen gesellschaftlichen Kräfte zum Machtantritt des Faschismus?
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Das Großkapital
Die Kräfte des Großkapitals finanzierten die Partei Hitlers. Sie bereiteten diese Partei zur Machtübernahme vor.
Jetzt - unmittelbar nach seinem Machtantritt - meldete Hitler den Herren der Hochfinanz,- daß die kommenden Reichstagswahlen am Sonntag, 05. März 1933, für lange Zeit die letzten gewesen seien,
- daß er, gewänne oder verlöre die NSDAP, an der Macht bleiben werde.
Die Großindustrie finanzierte also den faschistischen Angriff auf die Demokratie. -
Die Armee
Hitler teilte den Befehlshabern der Reichswehr am 03. Februar 1933 mit,- er werde in Deutschland "Pazifismus, Marxismus und Demokratie" ausrotten,
- diktatorisch herrschen und
- zum Krieg rüsten.
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Die Kirchen
Die römisch-katholische Kirchenführung war die erste Kraft, die dem Hitlerregime durch den Abschluß eines Konkordates (Vertrag zwischen Vatikan und Reichsregierung) internationale Anerkennung verschaffte. Die evangelische Kirchenleitung feierte durch ihr führendes Mitglied Dibelius in einem Gottesdienst in der Potsdamer Garnisonskirche Hitler, der dabei von Reichspräsident Hindenburg begleitet wurde. -
Die bürgerlichen Parteien
Von den bürgerlichen Parteien waren die Deutschnationalen durch Minister in der ersten Hitlerregierung vertreten. Das Zentrum und die kleineren Parteien der angeblichen politischen Mitte stimmten im Reichstag am 23. März 1933 für das Ermächtigungsgesetz, das Hitler die Rechtsmittel zur Zerschlagung der Demokratie in die Hand gab. Hierzu trug vor allem ihr Antikommunismus und Hitlers Versprechen bei, den Kommunismus auszurotten [02]. Mitte Juli 1933 lösten sich diese bürgerlichen Parteien selbst auf. -
Die Sozialdemokratie:
Von größerer Bedeutung war freilich die Haltung der Sozialdemokratie, vor allem ihrer Führer. Denn die einzige Kraft, die eine Hitlerdiktatur hätte verhindern können, wäre die einheitlich handelnde Arbeiterbewegung gewesen. Dies hätte über die Arbeiterklasse hinaus Kräfte in den antifaschistischen Kampf einbezogen und damit Hitler, der selbst bei den Terrorwahlen am So, 05 Mrz 1933, - nach dem Reichstagsbrand, nach dem KPD-Verbot und nach der ersten Welle des mörderisch faschistischen Terrors - nur 44 Prozent der Stimmen erhielt, wesentlich geschwächt. Damit wären auch wichtige Teile des Kleinbürgertums in ihrem Hinneigen zum Faschismus gebremst worden. Kuzum: Hier, im einheitlichen Handeln von Kommunisten und Sozialdemokraten, lag die große entscheidende Chance des Antifaschismus.-
Kampfbereitschaft der Basis
"Die sozialdemokratischen Führer wußten, daß die Anhänger der Partei eine größere 'Einheit der Arbeiterklasse' wünschten ..." [03].
"Das Gros unserer Anhänger hat ... aktiven Widerstand erwartet", erklärte der führende Sozialdemokrat Paul Löbe [04]. Die Führung mußte sich mit "Forderungen unterer Kreise in der Partei auseinandersetzen, die deren vorsichtiges und legalistisches Vorgehen mißbilligten und die sofortige Umwandlung der Parteiorganisationen in eine revolutionäre Untergrundbewegung verlangten" [05].
Die Kommunisten - darauf kommen wir noch zu sprechen - hatten SPD und Gewerkschaften vorgeschlagen, gemeinsam den Generalstreik gegen die Hitlerregierung zu organisieren. Damals verbreiteten SPD-Führer (und heute verbreiten SPD-Historiker) die Meinung, solcher Widerstand sei ein sinnloses Opfer. Dies wird am schlagendsten widerlegt durch die erste Sitzung der Hitlerregierung. Hitler und mehrere andere Regierungsmitglieder äußerten in dieser ersten Sitzung große Sorge, daß es zu diesem Generalstreik kommen könnte. - Hitler "führte aus, daß ein Generalstreik nicht leicht genommen werden dürfe". Göring jedoch konnte beschwichtigen: "Nach seinen Feststellungen würde die SPD im Augenblick einen Generalstreik nicht mitmachen" [06].
Dies zeigt, daß in einem solchen Generalstreik eine ernste Gefährdung des Hitlerregimes bestand und welch große geschichtliche Verantwortung die SPD-Führer hatten. -
Falsche Einschätzung der Führung
Wie jedoch reagierte die SPD-Führung? "Offenbar waren die SPD-Führer sich nicht ganz im klaren darüber, was sie nun erwartete" [07]. "Schlimmstenfalls, glaubte man, gehe die SPD einer halblegalen Zeit entgegen, die den ... politischen Bedingungen der Zeit der Unterdrückung durch Bismarck sehr ähnlich sein werde" [08].
Die sozialdemokratischen Führer erwarteten nur die Niederlage [09]. "Die Führer ... waren von der Nutzlosigkeit des damit [mit dem aktiven antifaschistischen Widerstand] sicher verbundenen Blutvergießens überzeugt", sagte Paul Löbe [10].
Zu diesem Unglauben in die Fähigkeit der Massen, im Kampf zu siegen, zu dieser zutiefst opportunistischen Kapitulation vor der gewiß nicht geringen Stärke des Faschismus - eine Kapitulation, die andererseits verbunden war mit Illusionen über die vorhandene Gefahr - trat noch ein weiteres Moment: Soweit sozialdemokratische Führer - etwa Karl Kautsky - in Worten am Marxismus festhielten, glaubten sie an ein automatisches Wirken ökonomischer Gesetze. Infolge dieses Automatismus' werde das Hitlerreich zusammenbrechen. Hitler werde so "während des endgültigen Zusammenbruchs des deutschen Kapitalismus Regierungschef sein"[11]. Wozu also aktiv werden? Die "Kraftproben illegaler Massenaktionen (würden) zur Niederlage führen". Alles komme darauf an, daß die SPD "sich ihre Stärke bewahre, bis das Regime von selbst zerfiele" [12]. Ein weiterer Fehler war, daß die SPD-Führung Angst hatte, gegenüber der nationalistischen Lügenpropaganda Hitlers ins Hintertreffen zu geraten. Deshalb machte man Zugeständnisse. Das ging so weit, daß die anwesenden SPD-Reichstagsabgeordneten am 17. Mai 1933 bei einer Reichstagssitzung mit den Nazis - durch Erheben von den Sitzen - dem außenpolitischen Programm Hitlers zustimmten. Aber SPD-Politiker und ‑Historiker verbreiten immer wieder die Lüge von der Zusammenarbeit der Kommunisten mit den Nazis!
Dazu kam der tief eingewurzelte Antikommunismus als der entscheidende Grund der Ablehnung der Einheitsfront mit den Kommunisten.
Alle diese Gründe bewirkten, daß- die konservativ sozialdemokratischen Führung ihre eigenen kampfbereiten Mitglieder im Stich ließ,
- sie darauf verzichtete, das Angebot der KPD zum Massenkampf gegen Hitler anzunehmen.
Wenn auch die konservativ sozialdemokratischen Führer die Herstellung der Einheitsfront (Aktionseinheit) von Kommunisten und Sozialdemokraten verhinderten, so kam es dennoch an der Basis verstärkt zu solchen gemeinsamen Aktivitäten. - "So wurden schon Ende des Jahres 1934 und im Verlauf des Jahres 1935 zahlreiche Einheitsfrontabkommen geschlossen, z.B. in Dortmund, Mannheim, München-Gladbach, Wuppertal, im linksrheinischen Gebiet und in Oberschlesien. Im Oktober 1934 gaben die Bezirksleitungen der KPD in Niedersachsen und das Komitee für proletarische Einheit, in dem Mitglieder der SPD und der Sozialistischen Arbeiterpartei (SAP) zusammenarbeiteten, einen Aufruf zum gemeinsamen Kampf gegen den Faschismus heraus" [15]. - "Am 02. Juli 1934 wurde zwischen Vertretern der Bezirksleitungen der KPD und der SPD des Saargebietes ein Einheitsfrontabkommen abgeschlossen" [16]. Im Gefolge dieses Aufrufs kam es im Saargebiet zu bedeutenden gemeinsamen Kämpfen. Im Wuppertaler Raum hatte sich ein besonders enges Zusammenwirken von Kommunisten, Sozialdemokraten und Christen herausgebildet, das die Nazis durch einen Terrorprozeß zerschlagen wollten. Die GeStaPo hatte über 1.100 "Verdächtige" verhaftet. Bereits vor dem Prozeß kamen in der Folter oder durch Selbstmord 27 Verhaftete um. "Im Dezember 1935 begann einer der größten Massenprozesse gegen 628 Kommunisten, Sozialdemokraten, freie und christliche Gewerkschafter, Mitglieder der DAF [17] und Vertrauensräte." Sie erhielten hohe Zuchthausstrafen [18].
Solche Beispiele zeigen, daß die Aktionseinheit der Arbeiter möglich war, daß sie aber vor allem am Verhalten der konservativen SPD-Führer scheiterte. Dies zog den größten Schaden für unser Volk nach sich.
Es ist hier nicht der Raum, die bestürzende Fülle beschämenden Verhaltens konservativ sozialdemokratischer Führer in jener Zeit ausführlich darzustellen. Edinger schildert, wie der konservative SPD-Führer Löbe mit Göring verhandelte, wie die jüdischen Mitglieder des SPD-Parteivorstandes verjagt wurden, um sich den Nazis anzupassen und anzubiedern, wie die dem konservativen Flügel der SPD angehörenden Gewerkschaftsführer den 1. Mai 1933 gemeinsam mit den Nazis "feierten"! Genug der Schmach! Nach dem schweren schuldhaften Versagen und Verrat dieser Führer an den Lebensinteressen der Arbeiterklasse, ja des ganzen arbeitenden Volkes im Jahre 1914 und 1918/1919 war dies das dritte Mal, daß diese Führung Rosa Luxemburgs Wort bestätigte: Der Opportunismus zerstört nicht nur die Gesinnung, er zerfrißt auch den Charakter!
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Kampfbereitschaft der Basis
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Die Kommunisten
Die KPD war sich der vollen Schwierigkeit des Machtantritts der Nazis sofort bewußt. Unmittelbar danach stellte Ernst Thälmann [19] fest: "Der Kampf, der vor uns liegt, ist der schwierigste, den die Partei zu bestehen hat" [20]. - Die KPD wandte sich noch am 30. Januar 1933 mit einem Aufruf zum Generalstreik an die Öffentlichkeit und bot SPD und Gewerkschaften die Aktionseinheit an.
Die KPD ging davon aus, daß die Hitlerpartei noch nicht fest im Sattel sitze und daß man ihr eben darum keine Zeit lassen dürfe, sich in der Macht zu festigen. Die geeint handelnde Arbeiterklasse könne die Hitlerregierung noch stürzen. Die KPD erklärte: "Dieses neue Kabinett der offenen faschistischen Diktatur ist die brutalste Kriegserklärung an die Werktätigen, die deutsche Arbeiterklasse!" [21]. - Mit schrankenlosem Terror wollte die Hitlerregierung die letzten Überreste der Arbeiterrechte beseitigen, die Arbeiterparteien und ‑organisationen verbieten und hemmungslos den Kurs auf Krieg nehmen.
Man vergleiche diese Einschätzung, die von der Geschichte bestätigt wurde, mit den Äußerungen der konservativ sozialdemokratischen Führung!
Die KPD rief SPD und Gewerkschaften dazu auf, gemeinsam den Generalstreik zu führen, Einheitskomitees und Streikleitungen zu bilden, gemeinsam die Arbeiter und weiteren Werktätigen, die Intellektuellen, die Mittelschichten für den antifaschistischen Kampf an der Seite der Arbeiterklasse zu organisieren. Dies geschah in aller Öffentlichkeit, war auf die Gewinnung der Massen gerichtet, hatte weder mit Verschwörertaktik, noch mit isolierten bewaffneten Auseinandersetzungen zu tun.
Dieses Angebot wurde von der SPD-Führung unter Hinweis darauf, daß Hitler legal zur Macht gekommen war, abgelehnt. So erhielten die Nazis die Zeit, um ihre Macht auszubauen.
Dies hatte jedoch nicht die Folge, daß die Kommunisten nun untätig wurden. Im Gegenteil: Der Aufruf vom 30. Januar 1933 war die Grundlage ihres von Anfang an entschieden organisiert geführten Kampfes gegen die Nazidiktatur. -
Zusammenfassung:
- Die bürgerlichen Kräfte, soweit sie nicht wie die reaktionärsten und aggressivsten Kreise die eigentliche Grundlage für den Faschismus bildeten, kapitulierten vor der Nazidiktatur und billigten ihr antidemokratisches und aggressives Programm, weil sie mit ihm im Antikommunismus übereinstimmten.
- In der SPD gab es an der Basis eine große Kampfbereitschaft, auch eine Bereitschaft zur Aktionseinheit. Die konservativ sozialdemokratische Führung lehnte jedoch den aktiven Kampf gegen das Hitlerregime ab, weil
- sie dieses falsch einschätzte (kein langer Bestand, allenfalls Halblegalität für die SPD wie zu Bismarcks Zeiten),
- sie andererseits vom Unglauben an die Kraft der Arbeiterklasse befallen war und deshalb nur die Niederlage erwartete,
- einige Führer - wie z.B. Karl Kautsky - an einen automatischen Zusammenbruch des Kapitalismus glaubten und deshalb Massenaktionen für unnötig, sogar verwerflich hielten,
- sie wegen ihres Antikommunismus - z.B. in der "nationalen Frage" - eher bereit waren, den Nazis Zugeständnisse zu machen, als in den Lebensfragen der Arbeiterklasse und des ganzen Volkes mit den Kommunisten gemeinsam zu kämpfen.
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Das Großkapital
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Wie entwickelte sich der antifaschistische Widerstand bis zum Kriegsbeginn 1939?
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Das bürgerliche Lager
Im Bereich der bürgerlichen Kräfte regte sich zu dieser Zeit nur vereinzelt individueller Widerstand. -
Die Sozialdemokratie
An der Basis der Sozialdemokratie entwickelte sich Antifaschismus. Erst von 1934 an entwickelte die SPD auch von der Führung her Widerstand gegen den Faschismus. Das geschah jedoch wesentlich nur im Ausland. Um ihr eigenes Versagen zu entschuldigen, erfanden konservativ sozialdemokratische Führer die Legende - und mancher bürgerliche oder sozialdemokratische Historiker redet sie bis heute nach -, die KPD habe gegen den Faschismus sinnlose opferreiche Aktionen organisiert. (Was würden sie übrigens sagen, hätte es diesen aktiven Kampf der KPD gegen den Faschismus nicht von Anfang an gegeben? Wahrscheinlich würden sie dies als "Beweis" eines "zwielichtigen" Verhaltens der Kommunisten zu den Nazis hinstellen!)
Wahr ist, daß die KPD die einzige Partei war, die von Anfang an einheitlich, organisiert und zentral geführt konsequent den Faschismus bekämpfte. -
Die Kommunisten:
"Die KPD war zum Zeitpunkt der faschistischen Machteinsetzung eine legale Massenpartei mit weit über 300.000 eingeschriebenen Mitgliedern, mit etwa 100 Abgeordneten im Reichstag und einigen tausend Abgeordneten in den Landtagen, Stadtverordnetenversammlungen oder Gemeinderäten. Mit der Beratung oder der Begleitung der KPD arbeiteten einige Massenorganisationen, so der Kommunistische Jugendverband Deutschlands (KJVD), die Revolutionäre Gewerkschaftsorganisation (RGO), die Rote Hilfe Deutschlands (RHD), die Internationale Arbeiterhilfe (IAH), Sportorganisationen und weitere. Die KPD stand vor der unerhört komplizierten Aufgabe, eine mitten im politischen Leben und im Tageskampf stehende Partei in die Illegalität zu überführen, obwohl ihre Mitglieder und Funktionäre, besonders die führenden Leitungskader, ebenso in der Öffentlichkeit bekannt waren wie ihre Büros, ihre Druckereien und Versammlungslokale.
Sich aufzulösen oder eine Abwarteposition einzunehmen, stand außerhalb jeder Debatte. Vorbereitungen zum Übergang in die Illegalität waren bereits seit Sommer 1932 eingeleitet worden, weil die KPD illusionslos auch mit einer solchen Notwendigkeit rechnen mußte" [22].
Bereits auf der illegalen ZK-Tagung der KPD am 07. Februar 1933 in Ziegenhals orientierte Thälmann so:
"Eiserner Kurs auf die Sicherung der Partei und ihre Fortführung trotz aller Anschläge des faschistischen Terrors". - Und danach handelte die Partei. Sie richtete illegale Quartiere, Anlaufstellen und Beratungsorte ein, und traf Maßnahmen, um materielle Mittel und Schriftgut zu sichern. Besondere Aufmerksamkeit wurde der Einrichtung getarnter Druckereien und Vervielfältigungsmöglichkeiten gewidmet. Der zentrale Parteiapparat wurde vereinfacht und illegal untergebracht. - "Schon zu Beginn des Jahres 1933 hatten die Mitglieder des Zentralkomitees die Anweisung erhalten, in die Illegalität zu gehen, dies heißt, nicht mehr ihre eigenen Wohnungen aufzusuchen, sondern die ihnen zugewiesenen Ausweichquartiere" [23]. Kuriere und Instrukteure hielten die Verbindungen zwischen den Leitungsgremien und den Gruppen und Organisationen der Partei aufrecht; kleinste illegale Einheit wurde immer mehr die Dreier- oder Fünfergruppe.
Die KPD brachte viele Opfer. Noch unerfahren in der Illegalität unter der faschistischen Macht, wurden konspirative Regeln [24] nicht immer exakt eingehalten oder rechtzeitig erlassen, auch gab es mitunter eine Unterschätzung des Ausmaßes, den faschistischer Terror annehmen konnte. Andererseits verhafteten die Nazis besonders in den ersten Monaten zahlreich und nach vorbereiteten Listen. Die aktiven Kommunisten waren ihnen ja längst bekannt. Bis Anfang des Jahres 1935 wurde etwa die Hälfte aller Mitglieder des ZK der KPD, der führenden Funktionäre in den Bezirken und von Massenorganisationen verhaftet. Unter ihnen auch der Vorsitzende der KPD, Ernst Thälmann.
Dennoch meisterte die KPD den Übergang in die Illegalität und sie blieb eine Kampfpartei. Sie verstand es, ihre Organisation und ihre Tätigkeit den veränderten Kampfbedingungen anzupassen. Hunderte illegaler Parteigruppen und -organisationen in allen Gebieten Deutschlands, entsprechende Unterbezirks-, Bezirks- und Gebietsleitungen, durch Verhaftungen zerschlagen, aber immer wieder neu gebildet, künden in diesen Jahren davon, daß die Partei lebte und kämpfte. "Die Rote Fahne", das Zentralorgan der KPD, erschien regelmäßig in der Illegalität weiter.-
Bestätigung der marxistischen Parteitheorie
In diesem Kampf erwies sich, wie groß die Bedeutung der ideologischen Festigung der Partei bereits in der Weimarer Republik war. Die Kommunisten waren bereit, alles, auch ihr Leben, einzusetzen. Dabei waren sie keine sturen gedankenlosen Fanatiker, die sich sinnlos opferten, wie dies die bürgerliche Geschichtsschreibung immer wieder darzustellen pflegt, sondern standhafte Verfechter der Interessen der Werktätigen. Sie wußten, daß ihre politischen Ziele mit der Gesetzmäßigkeit der gesellschaftlichen Entwicklung, mit der des Übergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus übereinstimmten, daß sie geschichtlich Sieger sein würden, auch wenn der Gegner zeitweilig übermächtig schien.
In den ersten Monaten leitete die Führung der KPD vom Inland aus den Widerstand, danach verlegte sie, um ihre Arbeitsfähigkeit zu sichern, ihren Sitz ins Ausland. Er befand sich während der Jahre der Hitlerdiktatur in Prag, in Paris und in Moskau. Über eine operative Gruppe, später über das Sekretariat des ZK der KPD sowie über Abschnittsleitungen, die in an Deutschland angrenzenden Ländern stationiert waren, sowie über die zentralen Pressematerialien und die Absender wurde die Verbindung direkt und indirekt zu den Parteigruppen und -organisationen gehalten. Dutzende erfahrene Funktionäre der Partei überschritten illegal die Grenze, wagten ihr Leben als Instrukteure und Beauftragte, um die Verbindung zwischen der Führung der KPD und den im Lande kämpfenden Parteiorganisationen zu sichern. Die Anstrengungen der Führung der KPD waren an allen Abschnitten des antifaschistischen Kampfes stets darauf gerichtet, den Widerstand in Deutschland zu entfalten und zu verstärken. Ihrer Auffassung nach konnte nur durch die Organisation des Massenkampfes in Deutschland selbst die faschistische Diktatur gestürzt werden.
Bei dieser Aufgabenstellung ließ sich die KPD von der Leninschen Lehre über die Partei leiten, ging von den Erfahrungen ihrer eigenen Geschichte und der der anderen Bruderparteien aus. Das unablässige Ringen, die Partei als politisch, ideologisch und organisatorisch einheitliche Kraft auch in der Illegalität kampffähig zu halten, war die Vorbedingung dafür, daß sie ihre Aufgaben erfüllen konnte. Ihre Gegner wollten (und wollen noch heute!) einreden, daß dieser illegale Kampf sinn- und chancenlos gewesen sei. Die Geschichte hat jedoch gelehrt, daß die Auseinandersetzung der Arbeiterklasse und ihrer Verbündeten mit dem Imperalismus nur dann erfolgreich geführt werden kann, wenn eine straff organisierte Partei von Revolutionären, eine marxistische Partei vorhanden ist, die dem Kampf Richtung und Ziel weist und vorangeht. Die Partei aufzugeben, auf "günstigere" Bedingungen zu warten, wäre gleichbedeutend damit gewesen, das deutsche Volk dem Faschismus total auszuliefern, den Kriegsplänen des Faschismus freie Hand zu lassen - es wäre Verrat an der Arbeiterklasse gewesen.
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Bestätigung der marxistischen Parteitheorie
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Die Stärke des Widerstands
Lassen wir hinsichtlich der Stärke der Widerstandsbewegung in dieser Periode nüchterne Angaben sprechen. Bis Kriegsbeginn wurden in politischen Verfahren gegen deutsche Antifaschisten 225.000 Männer und Frauen zu rund 600.000 Jahren Freiheitsstrafen verurteilt. Etwa eine Million Deutsche waren bis zum Jahr 1939 für kurze oder längere Zeit in Konzentrationslagern. Am 10. April 1939 waren in politischer Haft: 162.734 Schutzhäftlinge, 112.432 politisch Verurteilte und 27.369 politisch Angeklagte. Die weitaus meisten dieser politischen Gefangenen gehörten der Arbeiterbewegung an [25].
Allein im Jahr 1935 wurden in Berlin 2.197 Angehörige der Arbeiterparteien verhaftet. Im Jahr 1936 wurden im ganzen Reich 11.687 Männer und Frauen wegen kommunistischer und 1.718 Personen wegen sozialdemokratischer Betätigung verhaftet. Es gab im Jahr 1935 allein in Berlin 5.708 der GeStaPo bekannt gewordene Verteilungsstellen illegalen Materials. Im ganzen Reich erfaßte die GeStaPo im Jahr 1936 insgesamt 1.643.200 und im Jahr 1937 insgesamt 927.430 illegale Materialien, von denen 70 Prozent kommunistischen Ursprungs waren [26].
Dies ist im weiteren ein äußerst überzeugendes Argument gegen eine zentrale antikommunistische Lüge: Der Gegner stellt die Kommunistische Partei als eine zentralistische undemokratische Organisation hin. Aber gerade unter faschistischen Bedingungen, da jegliches Element formaler Demokratie fehlte, zeigte es sich, daß keine Partei über mehr demokratische Initiative, über mehr lebendige Aktivität gerade auch an der Basis verfügte als die KPD!
Dank ihrer moralischen Kraft und Charakterstärke gingen die Kämpfer der Arbeiterbewegung diesen Weg des selbstlosen opferreichen Einsatzes, darum wissend, daß sie dafür, wenn sie der Justiz in die Hände fielen, seit dem März 1934 mit hohen Zuchthausstrafen bis zu lebenslänglicher Haft, sogar mit dem Tode rechnen mußten. Von den 300.000 Mitgliedern der KPD wurden 150.000 inhaftiert und Zehntausende ermordet. Selbst ihre Gegner müssen bisweilen Kommunisten bestätigen, daß sie von Anfang an den stärksten, aktivsten und opfervollsten Widerstand geleistet haben: "Für die Kommunisten bedeutete die Zeit des Dritten Reiches wohl vorwiegend eine Fortsetzung des politischen Kampfes gegen den Kapitalismus. Sie waren daher die ersten, die mit aller Härte verfolgt wurden. Dennoch hielten viele an ihrer Überzeugung fest. Weitaus die meisten Opfer der politischen Verfolgung in Deutschland waren Kommunisten" [27].
Es gab bereits in dieser ersten Zeit des antifaschistischen Widerstands oppositionelle Bestrebungen, die nicht in der Arbeiterbewegung wurzelten. Bekannt ist das Auftreten der protestantischen Pfarrer Niemöller und Wurm in Berlin-Dahlem im Frühjahr 1935 gegen den Mißbrauch der Religion seitens der Naziführung. Der Domprobst der Berliner Hedwigskathedrale Bernhard Lichtenberg trat aus seiner christlich-humanistischen Gesinnung mutig gegen die Nazis und gegen den Antisemitismus auf. Eine hervorragende Rolle in der Widerstandsbewegung spielte der katholische Kaplan Rossaint [28] und andere Repräsentanten der katholischen Jugendbewegung, die mit jungen Kommunisten gemeinsam arbeiteten. Alle Welt weiß heute um das furchtbare Martyrium des protestantischen Pfarrers Schneider, eines Toten im KZ Buchenwald.
Dennoch muß man sagen, daß der bürgerliche Widerstand erst während des Krieges und insbesondere dann sich stärker entwickelte, als die sieggewohnten Armeen Hitlers an der Ostfront ihre ersten schweren Niederlagen erlitten. -
Zusammenfassung:
- Die einzige Kraft, die von Anfang an einheitlich, organisiert und zentral geführt gegen den Faschismus kämpfte, war die KPD. Die SPD-Führung versuchte bis zum Jahr 1934, sich den "neuen Bedingungen anzupassen" und ließ ihre eigenen kampfbereiten und zum Teil kämpfenden Anhänger im Stich. Von vereinzeltem Widerstand bürgerlicher Kräfte abgesehen, gab es in dieser Zeit keinen aktiven bürgerlichen Antifaschismus.
- Der aktive Kampf der KPD gegen den Faschismus ergab sich aus der Klarheit über den Charakter dieses Regimes, aus der Einsicht, daß es nicht von selbst zusammenbrechen werde, aus dem Wissen um das Ausmaß furchtbarer Opfer, die ein solches Regime dem eigenen Volk und seinen Nachbarn abverlangen mußte.
- Die herabwürdigenden Behauptungen bürgerlicher und sozialdemokratischer Politiker und Historiker über den antifaschistischen Kampf der Kommunisten sollen lediglich das eigene Versagen und die eigenen Illusionen über das Hitlerregime rechtfertigen.
- Das Ausmaß des kommunistischen Widerstandes - auch seine Widerspiegelung in den GeStaPo-Akten - widerlegen die Lüge, es sei zur Zerschlagung der KPD gekommen.
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Das bürgerliche Lager
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Wie entwickelte sich der antifaschistische Widerstand während der Zeit des Zweiten Weltkrieges?
Es ist hier nicht der Platz, über die Vorgeschichte und den Charakter des Zweiten Weltkrieges zu sprechen.-
Die KPD:
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Hat die KPD im August 1939 den Widerstand eingestellt?
Eine der großen antikommunistischen Lügen besagt, die KPD hätte nach dem deutsch-sowjetischen Nichtangriffsvertrag vom August 1939 den antifaschistischen Widerstand eingestellt [29]. In Wirklichkeit erklärt das ZK der KPD am 25. August 1939: "In dieser Stunde, da Hitler das polnische Volk und andere Völker auf das äußerste bedroht, rufen wir alle deutschen Arbeiter, das ganze deutsche Volk auf, sich zusammenzuschließen und den Kampf aufzunehmen, um in der Stunde der Gefahr den Frieden zu retten.
Stürzt Hitler das deutsche Volk trotz allem in die Katastrophe des Krieges, dann muß jeder Deutsche wissen: Der Nationalsozialismus ist der Schuldige am Krieg!
Dann kommt es darauf an, für die Niederlage des Naziregimes im Kriege und für den Sturz der Nazis zu kämpfen. Die Arbeiterklasse, das befreite deutsche Volk werden dann Frieden schließen und Deutschland einer neuen glücklichen Zukunft entgegenführen" [30].
Die GeStaPo-Akten zeigen, wie die Hitlerregierung die Wirkung dieser Politik beurteilte: Sie forderte, bei "Sabotageversuchen, Aufwiegelung oder Zersetzung von Heeresangehörigen, aktiver kommunistischer oder marxistischer Betätigung" die sofortige Todesstrafe [31]. -
Die Orientierung der KPD
Die Dokumente, die das ZK der KPD nach Kriegsbeginn erarbeitete und veröffentlichte, gaben allen Parteigruppen in Deutschland eine genaue Orientierung für den antifaschistischen Kampf.
Entsprechend der neuen Lage, die mit dem Beginn des Krieges entstanden war, stellte das ZK folgende Aufgaben:- Sofortige Beendigung des verbrecherischen Krieges, der nicht nur das deutsche Volk zu vernichten droht.
Diese Aufgabe erfordert die Einigung und den Zusammenschluß aller Hitlergegner im Rahmen der Volksfront, deren Kern die Aktionseinheit der Arbeiterklasse ist. - Verteidigung der Interessen und Rechte der Volksmassen gegen die ungeheure Ausbeutung des deutschen Volkes in Stadt und Land unter den verschärften Bedingungen des Kriegszustandes und gegen die Politik des deutschen Imperialismus, das deutsche Volk auf den Schlachtfeldern für seine Profitinteressen sterben zu lassen.
Der Kampf um diese Lebensrechte des deutschen Volkes wird bis zum Sturz des Hitlerregimes und der Errichtung einer deutschen demokratischen Republik geführt werden. - Entwicklung der Freundschaft des deutschen Volkes zur Sowjetunion.
Diese Forderung bedeutet, daß das deutsche Volk einen entsprechenden Druck auf die Hitlerregierung zur Einhaltung des deutsch-sowjetischen Nichtangriffsvertrags ausübt und das Schicksal der deutschen Nation in die eigenen Hände nimmt, um zum Garanten der ständigen und festen Freundschaft mit der sozialistischen Sowjetunion zu werden. Ein Überfall des Hitlerfaschismus auf die Sowjetunion muß mit allen Mitteln verhindert werden. - Verschmelzung des nationalen Befreiungskampfes im eigenen Land mit dem Freiheitskampf aller vom Faschismus unterdrückten und bedrohten Völker.
Diese Aufgabe geht von dem marxistisch-leninistischen Grundsatz aus, daß kein Volk selbst frei sein kann, wenn es andere Völker unterdrückt. Gemeinsam mit allen Völkern gilt es, auch die hinterhältige Politik der imperialistischen Regierungen des Westens, den deutschen Faschismus zum Krieg gegen die Sowjetunion anzustacheln, zu vereiteln [32].
- Sofortige Beendigung des verbrecherischen Krieges, der nicht nur das deutsche Volk zu vernichten droht.
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Der illegale Kampf im Lande
Im Kampf für die Verwirklichung dieser Aufgaben entwickelte das ZK der KPD neue Formen der Führungstätigkeit der Parteigruppen in Deutschland. Das ZK der KPD kämpfte darum, in Deutschland selbst wieder eine illegale operative Leitung der Partei zu schaffen, weil die bisherige Anleitung der Parteiorganisationen in Deutschland über die Abschnittsleitungen in den Nachbarländern infolge der Aggressionen Hitlerdeutschlands kaum noch möglich war. Sowohl unmittelbar vor Kriegsausbruch als auch danach entsandte das ZK der KPD eine Reihe bewährter Funktionäre der Partei nach Deutschland, um gemeinsam mit den in Deutschland tätigen Genossen eine operative zentrale Leitung zu schaffen. Das Einschleusen dieser Funktionäre war seit Beginn des Krieges besonders erschwert, zumal es nun fast unmöglich wurde, als blinder Passagier, geschützt durch die Solidarität dänischer oder schwedischer Seeleute, nach Deutschland zu gelangen. Trotzdem kamen in den Jahren 1939..1940 die Bevollmächtigten des ZK der KPD Willi Gall, Rudolf Hallmeyer, Heinrich Schmeer, Johannes Müller, Georg Henke und weitere Genossen nach Deutschland, um von Berlin und weiteren Zentren Deutschlands Verbindungen zu den Parteiorganisationen im Lande zu schaffen. Weitere Genossen bereiteten seit dem Sommer 1940 sorgfältig diesen Einsatz vor, so das Mitglied des ZK der KPD Genosse Wilhelm Knöchel und die Genossen Alfons Kaps, Alfred Kowalke und Willi Seng [33].
Trotz des engmaschigen Netzes der GeStaPo und ihres Spitzelsystems, dem in Brüssel, Amsterdam und Kopenhagen wertvolle Funktionäre der Partei zum Opfer fielen, gelang es den Beauftragten des ZK der KPD, nach Deutschland zu kommen und Verbindungen zu den illegalen Parteigruppen aufzunehmen.
Von besonderer Bedeutung im Kampf um die Schaffung der illegalen operativen zentralen Leitung in Deutschland in den Jahren 1939..1940 war die Tätigkeit des ZK-Beauftragten Willi Gall und seiner Genossen in Berlin. Genosse Gall begann, die Funktionäre der Partei zu sammeln, sie mit den Beschlüssen des Zentralkomitees und der Berner Konferenz vertraut zu machen, die Verbindung zu den Parteizellen in den Betrieben zu festigen und neue zu schaffen, Verbindungen zu illegalen sozialdemokratischen Genossen aufzunehmen, durch den Druck illegaler Flugschriften und ihre Verbreitung in den Betrieben die Wahrheit über den Faschismus und den verbrecherrischen Krieg zu verbreiten. Neben einer Reihe von Flugschriften zu so wichtigen Fragen wie "Die Rolle der Partei", "Wie kann man diskutieren?", "Warum gewann Hitler den Krieg gegen Polen?", "Die Außenpolitik der Sowjetunion" und weiteren gelang es Willi Gall und seinen Genossen, im November 1939 die erste in Berlin gedruckte Nummer der "Berliner Volkszeitung" erscheinen zu lassen. Darin hieß es: "Der Feind unseres Volkes steht im eigenen Land. Es ist dieselbe Clique, die aus niedriger Habsucht uns 1914 in den Krieg trieb. Diese Aussauger und Kriegsgewinnler müssen endgültig verschwinden, wenn unser Volk in Frieden leben will. Wie kann es aber Frieden geben, solange die Monopolherren die Industrie in Österreich, Tschechoslowakei und Polen widerrechtlich in ihrem Besitz behalten ... Nur die nationale Unabhängigkeit und das Selbstbestimmungsrecht der Völker garantiert einen wirklichen Frieden. Unser Volk will einen dauerhaften Frieden. Es will nicht länger für das Finanzkapital opfern und bluten. - Handeln wir gemeinsam, dann sind wir eine Macht ... Ob Sozialdemokrat, Kommunist oder Demokrat, ob Protestant oder Katholik, alle haben wir ein Ziel: Frieden! Sturz des Kriegsschuldigen Hitler! Vereinzelt seid ihr nichts, vereinigt alles!" [34]
Parteiorganisationen entstanden auch unter Führung von Genossen wie Bernhard Bästlein, Franz Jacob und Theodor Neubauer, die bereits vor dem Jahr 1933 führende KPD-Funktionäre waren.
Alles das widerlegt die Lüge, die KPD habe in dieser Zeit den antifaschistischen Widerstand eingestellt.
Der faschistische Terror riß immer wieder schwere Lücken in diese Organisationen und Leitungen, die dennoch immer wieder reorganisiert werden konnten.
Anfang der vierziger Jahre - Hitlers Armeen befanden sich noch im Vormarsch - gab es eine operative Leitung der KPD im Lande selbst. Ihr gehörten Arthur Emmerich und Kurt Steffelbauer an. Außerdem gab es in den wichtigsten Zentren des Reiches unter kommunistischer Führung größere Widerstandsgruppen der Arbeiterbewegung, die im Herbst des Jahres 1943 zunächst in Hamburg unter der Leitung von B. Bästlein, und F. Jacob in Berlin unter der Leitung solcher bekannten kommunistischen Parteifunktionäre, Publizisten und Reichstagsabgeordneten wie Anton Saefkow, Franz Jacob, John Sieg, Wilhelm Guddorf und Robert Uhrig, in Thüringen unter der Leitung Dr. Theodor Neubauers und Magnus Posers, in Leipzig unter der Führung Georg Schumanns, Otto Engerts und Kurt Kresses, in Magdeburg Martin Schwantes, in Mannheim unter der Leitung von G. Lechleiter untereinander Verbindung hatten.
Bis hinein in die Konzentrationslager zu den dort bestehenden Widerstandsgruppen reichten die Fäden dieser Organisation. Großen Auftrieb erhielt sie durch die Gründung des Nationalkomitees Freies Deutschland im Sommer 1943.
"Sie haben vornehmlich im fünften Kriegsjahr die KPD in einem derartigen Umfang wieder aufgezogen und die Wehrmacht zu zersetzen versucht, daß hier für das Reich die allerschwersten Gefahren heraufbeschworen wurden." heißt es im Urteil des nazistischen Volksgerichtshofes gegen Anton Saefkow, Franz Jacob und Bernhard Bästlein. [35]
Das Ausmaß dieser Widerstandsarbeit geht auch aus den Opfern der genannten Gruppen hervor: Im Zusammenhang mit der Aktion gegen die Saefkow-Jacob-Bästlein-Gruppe gab es etwa 1.000 Verhaftungen und 400 Todesurteile. Gegen die Uhrig-Gruppe wurden 76 Todesurteile gefällt. Die Schulze-Boysen-Gruppe - ihre Verbindungen reichten bis ins Reichsluftfahrtministerium - verlor 200 Menschenleben auf dem Schafott. Die große Zahl der während der Vernehmungen zu Tode Gefolterten müßte noch hinzugerechnet werden.
In Berlin wirkte die Widerstandsgruppe Hubert Baum, die nur aus jungen jüdischen Kommunisten bestand. Im Jahr 1942 zerstörte sie die Naziausstellung "Das Sowjetparadies". Mehr als 30 junge Menschen dieser Gruppe wurden hingerichtet.
Über die illegale operative Leitung der KPD, über ihr Wirken und ihren Einfluß schrieb sogar der Chef der damaligen US-Abwehr Allan Welsh Dulles: "Es gibt in Deutschland ein kommunistisches Zentralkomitee, das die kommunistische Tätigkeit in Deutschland leitet und zusammenfaßt. Dieses Komitee steht in Verbindung mit dem Nationalkomitee 'Freies Deutschland' in Moskau und wird von der russischen Regierung unterstützt. Seine Macht wird durch die Anwesenheit der Millionen russischer Kriegsgefangener und Arbeiter in Deutschland wesentlich verstärkt, da viele von ihnen im Geheimen organisiert und unter Moskaus Führung gekommen sind ...Von Rußland kommen andauernd konstruktive Ideen und Pläne für den Wiederaufbau Deutschlands nach dem Krieg. Diese Pläne und Ideen werden von den Kommunisten vor allem durch gut organisierte Flüsterpropaganda im deutschen Volk verbreitet. Im Vergleich dazu haben die demokratischen Länder der Zukunft von Zentraleuropa nichts zu bieten. Die deutschen Sozialistenführer betonen, daß es höchst wichtig sei, dieses Vakuum so schnell wie möglich auszufüllen, um dem sich immer mehr verstärkenden kommunistischen Einfluß entgegenzuwirken." [36] -
Das Fazit
In der "Geschichte der SED" wird der antifaschistische Kampf der KPD zusammenfassend eingeschätzt: "Die Kommunistische Partei Deutschlands bestand die schwerste Prüfung in der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung ungebrochen und in Ehren. Obwohl die KPD einen sehr hohen Blutzoll hatte entrichten müssen und dadurch zahlenmäßig erheblich geschwächt worden war, verfügte die deutsche Arbeiterklasse am Ende des zweiten Weltkriegs über eine bewährte Partei mit großen Erfahrungen und kampfgestählten Kadern, mit einem wissenschaftlichen Programm zur Beseitigung der Grundlagen des Imperialismus und zur Errichtung der Arbeiter-und-Bauern-Macht." [37]
Die KPD hat damit einen eigenen und bleibenden Beitrag zur Zerschlagung des Hitlerfaschismus und für ein antifaschistisch-demokratisches und sozialistisches Deutschland geleistet. Die deutsche antifaschistische Widerstandsbewegung unter der Führung der KPD bewahrte das deutsche Volk davor, von den anderen Völkern mit dem Faschismus gleichgesetzt zu werden und schuf gleichzeitig Voraussetzungen dafür, daß es wieder einen geachteten Platz im Kreis der friedliebenden Völker erringen konnte. Im antifaschistischen Kampf wurden wesentliche Grundlagen geschaffen, damit die historische Chance, die durch den weltgeschichtlichen Sieg der Sowjetunion und der anderen Völker und Staaten der Antihitlerkoalition über den faschistischen deutschen Imperialismus entstanden war, genutzt und eine grundlegende Wende in der deutschen Geschichte eingeleitet werden konnte.
Für die Kommunisten gab es deshalb im Jahr 1945 keine "Stunde null". Die Erfahrungen in der politischen Auseinandersetzung mit dem faschistischen deutschen Imperialismus und die dabei entstandenen Grundsatzdokumente bildeten die Basis dafür, daß die KPD in der Stunde der Befreiung als erste und einzige deutsche Partei mit klaren programmatischen Vorstellungen über Weg und Ziel des weiteren Kampfes der revolutionären Arbeiterbewegung und aller demokratischen und friedliebenden Kräfte auf den Plan trat.
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Hat die KPD im August 1939 den Widerstand eingestellt?
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Das Nationalkomitee Freies Deutschland
Nach der Kriegswende bei Stalingrad wurde von deutschen Kriegsgefangenen und emigrierten Antifaschisten am 12. Juli 1943 in der Sowjetunion das "Nationalkomitee 'Freies Deutschland'" gegründet. Später bildete sich auch ein "Bund Deutscher Offiziere". In diesen Organisationen wirkten neben 63 Generalen auch Tausende von Offizieren und Zehntausende von Soldaten gemeinsam mit kommunistischen und anderen Antifaschisten. Auch in anderen Ländern, etwa in England oder Frankreich, bildeten sich Organisationen des Nationalkomitees.
Im Gründungs-"Manifest" des Nationalkomitees wurde gefordert:- eine starke demokratische Staatsmacht, die nichts gemein hat mit der Ohnmacht des Weimarer Regimes,
eine Demokratie, die jeden Versuch des Wiederauflebens von Verschwörungen gegen die Freiheitsrechte des Volkes oder gegen den Frieden Europas rücksichtslos schon im Keim erstickt; - restlose Beseitigung aller auf Völker- oder Rassenhaß beruhenden Gesetze,
aller unser Volk entehrenden Einrichtungen des Hitlerregimes;
Aufhebung aller gegen die Freiheit und Menschenwürde gerichteten Zwangsgesetze der Hitlerzeit; - Wiederherstellung und Erweiterung der politischen Rechte und sozialen Errungenschaften der Schaffenden;
Freiheit des Wortes, der Presse, der Organisation, des Gewissens und der Religion; - Freiheit der Wirtschaft [38], des Handels und des Gewerbes;
Sicherung des Rechts auf Arbeit und des rechtmäßig erworbenen Eigentums;
Rückgabe des durch die nationalsozialistischen Machthaber geraubten Hab und Guts an die Eigentümer;
Beschlagnahme des Vermögens der Kriegsschuldigen und Kriegsgewinnler;
Güteraustausch mit anderen Ländern als gesunde Grundlage eines gesicherten nationalen Wohlstands; - sofortige Befreiung und Entschädigung aller Opfer des Hitlerregimes;
gerechtes schonungsloses Gericht über die Kriegsverbrecher,
über die Anführer, ihre Hintermänner und Helfer, die Deutschland ins Verderben, in Schuld und Schande stürzten;
Amnestie jedoch für alle Hitleranhänger, die sich rechtzeitig durch ihre Taten von Hitler lossagen und der Bewegung für ein freies Deutschland anschließen. [39]
Das Oberkommando der Wehrmacht ließ die Soldaten folgendes unterschreiben:
"Ich werde nicht auf die Seite der Armee von Seydlitz [40] gehen, wenn ich in Gefangenschaft gerate. Im anderen Falle werde ich aus der Volksgemeinschaft ausgeschlossen und wird meine Sippe vernichtet werden." [41] - eine starke demokratische Staatsmacht, die nichts gemein hat mit der Ohnmacht des Weimarer Regimes,
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Der sozialdemokratische Widerstand
Zu den bedeutendsten sozialdemokratischen Organisationen des Widerstandes im Lande zählten Carlo Mierendorff und Theodor Haubach. Sie versuchten, die bis dahin zersplittert arbeitenden sozialdemokratischen oder freigewerkschaftlichen Widerstandsgruppen zusammenzufassen. Später arbeitete mit ihnen auch der Österreicher Karl Gruber. Sie gewannen Anschluß an den Kreisauer Kreis, wo sie mit ihren Genossen Wilhelm Leuschner, Adolf Reichwein und Julius Leber, aber auch mit christlichen Gewerkschaftern zusammenarbeiteten. Ansonsten fand sozialdemokratischer Widerstand vor allem in der Emigration statt. -
Der bürgerliche Widerstand
Weithin bekannt ist die heldenhafte Aktion der Münchener Studenten Sophie und Hans Scholl und des Professors Huber mit ihrem Ruf zur Beendigung des Hitlerkrieges und zum Sturz der Nazidiktatur. In Berlin bildete sich um den Arzt Dr. Großcurth und den Chemiker Dr. Robert Havemann eine Widerstandsgruppe - die "Europäische Union" -, die sich vor allem die Betreuung ausländischer Zwangsarbeiter zum Ziel setzte und einen hohen Blutzoll entrichten mußte.
Die GeStaPo-Statistik sagt eindeutig aus: Die Verhaftungen bürgerlicher, militärischer oder adliger Opponenten gegen das Hitlerregime (in den GeStaPo-Akten "Reaktion" oder "Opposition" genannt), wachsen erst nach Stalingrad und anderen Niederlagen, besonders im Jahr 1944, stärker an, was zur Bewegung des 20. Juli führte. Viele Kräfte der Bourgeoisie und des Adels wurden erst Gegner Hitlers, als sich bereits der Zusammenbruch des Nazireichs offen abzeichnete und sie fürchten mußten, daß dieses Ende zum Untergang der Grundlagen bürgerlicher Macht selbst führen müsse. Diese Kreise kritisierten Hitler nicht, weil er den Krieg begonnen hatte, sondern, weil er im Begriff war, ihn zu verlieren. Als es schon sehr spät war, hofften sie noch immer, es könnte eine Möglichkeit geben, "Hitler zu verlieren und den Krieg zu gewinnen" [42). Dieser Antifaschismus war nicht grundsätzlicher Art, sondern von Nützlichkeitserwägungen diktiert. Selbst Dulles bemerkte, "daß die Männer, die den geschilderten Umsturz planen. konservativ eingestellt sind, wenn sie auch mit allen anderen linken Elementen, außer den Kommunisten, zu arbeiten bereit sind. Das Hauptmotiv für ihre Aktion ist der glühende Wunsch, Zentraleuropa davor zu bewahren, ideologisch und faktisch unter russische Herrschaft zu kommen." [43]
Die Goerdeler-Gruppe wollte - laut Entwurf ihrer Regierungserklärung - nicht einmal alle politischen Gefangenen freilassen. Die Konzentrationslager sollten nur "sobald als möglich" aufgelöst werden [44]. Goerdeler wollte im Bündnis mit dem Westen den Krieg im Osten fortsetzen.
Aber es gab auch Offiziere und Vertreter des Bürgertums, die spät zwar, aber schließlich doch noch eingesehen hatten, daß mit dem Faschismus im nationalen Interesse Schluß zu machen sei und die dabei auch zur Zusammenarbeit mit der Arbeiterbewegung bereit waren. Hierzu gehörte Oberst Graf Schenk von Stauffenberg [45].
Was das Ausmaß und die Stärke dieser Bewegung angeht, so geht es uns hier nicht um eine Herabwürdigung der "Männer des 20. Juli", sondern nur darum, verzerrte Darstellungen zu berichtigen, wenn wir Weisenborn zitieren: "Man wird bei vorsichtiger Schätzung die unmittelbaren Opfer des 20. Juli auf 160 bis 180 Personen beziffern können" [46].
Das Vermächtnis
Der deutsche antifaschistische Widerstand hinterließ das Vermächtnis, Nazismus und Militarismus auszumerzen und jene gesellschaftlichen Quellen für immer zu verschließen, denen sie entsprungen waren. Leider müssen wir sagen, daß in der Bundesrepublik Deutschland dieses Vermächtnis nicht erfüllt wurde.
Fragt man nach den Ursachen, weshalb in der Bundesrepublik das Erbe des Widerstandes nicht zu gesellschaftlicher oder politischer Wirklichkeit wurde, so kann die Antwort nur heißen: weil die Kräfte des antifaschistischen Widerstandes die im illegalen Kampf und in den Konzentrationslagern entstandene Gemeinsamkeit nicht in die Zeit des Ringens um eine demokratische Erneuerung hinüberzuretten vermöchten. Eine schwere Verantwortung für die Wiederherstellung der alten Eigentums- und Machtverhältnisse in der Bundesrepublik tragen diejenigen konservativen SPD-Führer, die so schnell und so gründlich vergaßen, was sie im Prager Manifest des Parteivorstandes der SPD im Jahr 1934 selbst verkündet hatten: "die Einigung der Arbeiterklasse" war zum Zwang geworden, den die Geschichte selbst auferlegte.
Aber Parteiprogramme sind eine, die Geschichte der Völker eine andere Sache. Ein Volk kann die Lehren einer so tragischen Zeit nicht überschlagen oder vergessen, wie man einige Seiten eines Lehrbuchs überschlägt. Die Geschichte ist eine unerbittliche Richterin. Sie stellt die Völker immer wieder - und schließlich bei Strafe ihres Untergangs - vor die Lösung der herangereiften Grundfragen ihrer Zeit. Und so müssen immer noch die gleichen Grundaufgaben, die wir nach dem Jahr 1945 zu lösen versäumt haben, heute gelöst werden, ja, die Forderung nach Bewältigung der Vergangenheit ist im eigentlichen Sinne zum gebieterischen Muß geworden. Anders können wir die Aufgaben der Gegenwart nicht bewältigen. Sich an die Seite derer zu stellen, die in der Erhaltung des Friedens und der Demokratie in unserem Land ihre vornehmste Aufgabe sehen, die auf die Einigung aller demokratischen Kräfte hinwirken, ist ein Vermächtnis und die Forderung des antifaschistischen Widerstands. -
Zusammenfassung
- Die Kommunisten waren auch nach Kriegsausbruch die einzige organisierte Kraft, die während der ganzen Zeit, unter großen Opfern, im Lande einen konsequenten und entschlossenen Widerstand leisteten.
- Der sozialdemokratische Widerstand im Lande fand im wesentlichen in vereinzelten, zersplitterten Gruppen statt und erreichte zu keiner Zeit das Ausmaß, das Niveau oder die Organisiertheit des kommunistischen Widerstands.
- Es gab beachtlichen Widerstand vereinzelter bürgerlich-humanistischer oder christlicher Kräfte.
- Der Hauptsache nach aber entwickelte sich der bürgerliche Widerstand erst, als die Kriegsniederlage unausweichlich war. Er hatte bei wesentlichen Kräften der Bourgeoisie zum Ziel, günstige Überlebensbedingungen für den deutschen Imperialismus und Militarismus zu erreichen.
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Die KPD:
Literaturangaben:
- Sachbücher:
- Peter Altmann u.a.,
Der deutsche antifaschistische Widerstand 1933..1945. In Bildern und Dokumenten,
Röderberg Verlag 1978 - Heinz Brüdigam,
Wahrheit und Fälschung,
Röderberg Verlag 1959 - Braunbuch über Reichstagsbrand und Hitlerterror: Faksimile-Nachdruck,
Röderberg Verlag - Reinhard Kühnl,
Der deutsche Faschismus in Quellen und Dokumenten
- Peter Altmann u.a.,
- Romane:
- Anna Seghers,
Das siebte Kreuz - Bruno Apitz,
Nackt unter Wölfen
- Anna Seghers,
- Filme:
- Die rote Kapelle
- Das Beil von Wandsbek
- Nackt unter Wölfen
- Rotation
- Die Toten bleiben jung
Anmerkungen:
[01] Lewis J. Edinger, Sozialdemokratie und Nationalsozialismus. Der Parteivorstand der SPD im Exil von 1933-1945,
Hannover und Frankfurt/Main 1960, S. 8
[02] Edinger, S. 218
[03] Edinger, S. 8
[04] Edinger, S. 8
[05] Edinger, S. 21
[06] Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, Berlin 1966, Band 5, Dokumentenanhang, S. 443 f
[07] Edinger, S. 7
[08] Edinger, S. 14
[09] Edinger, S. 8
[10] Edinger, S. 8
[11] Edinger, S. 15
[12] Edinger, S. 15
[13] Edinger, S. 13
[14] Edinger, S. 9
[15] Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, Berlin 1966, Band 5, S. 92
[16] ebenda, S. 65
[17] "Deutsche Arbeitsfront",
von den Nazis nach der Zerschlagung der Gewerkschaften geschaffen,
nicht einmal dem äußeren Schein nach eine Gewerkschaft.
[18] Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, S. 143
[19] Ernst Johannes Fritz Thälmann
*: 16. April 1886; Hamburg .. †: 18. August 1944; KZ Buchenwald
Deutscher Politiker der Weimarer Republik
von 1925 bis 1933 Vorsitzender der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD)
von 1924 bis 1933 Mitglied des Deutschen Reichstag
1925, 1932 Kandidatur zum Reichspräsidenten
von 1925 bis zum Verbot 1929 Anführer des Roten Frontkämpferbund (RFB), der Schutz- und Wehrorganisation der KPD
Umstrukturierung der KPD zur Partei neuen Typs
Thälmann wurde am 3. März 1933, zwei Tage vor der Reichstagswahl und wenige Tage nach dem Reichstagsbrand, verhaftet
er wurde im August 1944, nach über elf Jahren Einzelhaft, auf direkten Befehl Adolf Hitlers erschossen.
[20] Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, Berlin 1966, Band 5, S. 446
[21] ebenda, S. 441
[22] Heinz Kühnrich, Der Kampf der KPD gegen Faschismus und Krieg (1933..1945), in: Konsequent, Heft 2/1979
[23] Franz Dahlem [Mitglied des Politbüros des ZK der KPD],
Am Vorabend des zweiten Weltkrieges. 1938..1939. Erinnerungen, Bd. 1, Berlin 1977, S. 43
[24] Geheimhaltungsregeln
[25] G. Weisenborn, Der lautlose Aufstand, Frankfurt am Main 1974, S. 43 f
[26] Weisenborn, S. 43
[27] "Plötzensee, Hrg. Landeszentrale für politische Bildung, Berlin 1962, S. 4
[28] Joseph Cornelius Rossaint
* 05 Agt 1902; Herbesthal .. † 16 Apl 1991; Bad Neuenahr
Römisch-katholischer Priester
als Widerstandskämpfer gegen den Faschismus Hauptangeklagter im Berliner Katholikenprozess
Mitbegründer und von 1962 bis zu seinem Tod Vorsitzender der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA).
[29] Zum deutsch-sowjetischen Nichtangriffsvertrag siehe Kurt Bachmann, Marxistische Blätter, Nr. 3/1981.
[30] Walter Ulbricht, Zur Geschichte der neuesten Zeit, Bd. I, 1. Halbband, S. 333.
[31] Schreiben des Chefs der Sicherheitspolizei an alle GeStaPo-Dienststellen, 20. September 1939.
[32] Otto Winzer: Zwölf Jahre Kampf gegen Faschismus und Krieg, Dietz Verlag 1957, S. 163..167.
Zur Geschichte der deutschen antifaschistischen Widerstandsbewegung 1933..1945. Eine Auswahl von Materialien, Berichten und Dokumenten,
Berlin 1957, S. 177..180, Anhang, S. 368..369.
[33] Winzer, S. 170..173.
Erkämpft das Menschenrecht. Lebensbilder und letzte Briefe antifaschistischer Widerstandskämpfer, Dietz Verlag, Berlin 1958.
Stephan Hermlin: Die erste Reihe, Berlin 1951.
Cläre Quast: Die Kommunistische Partei Deutschlands - Organisator und Führer der westdeutschen Friedensbewegung in den Jahren 1941..1945.
In: Beiträge zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, 1959, Heft 2, S. 305.
[34] Winzer, S. 171.
[35] Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, Berlin 1966, Band 5, S. 605.
[36] A. W. Dulles, Verschwörung in Deutschland, Kassel 1949, S. 171f.
[37] Geschichte der SED, Abriß, Berlin 1978, S. 70.
[38] Hier ging es um die Freiheit der kleinen oder mittleren Betriebe von faschistischer oder sonstiger monopolkapitalistischen Unterdrückung.
[39] Erich Weinert, "Das Nationalkomitee 'Freies Deutschland'", Rütten & Loening, Berlin 1957, S. 21.
[40] Die Nazipropaganda behauptete, General von Seydlitz habe im Rahmen des Nationalkomitee Freies Deutschland aus deutschen Kriegsgefangenen eine Armee gebildet.
[41] Erich Weinert, "Das Nationalkomitee 'Freies Deutschland'", Rütten & Loening, Berlin 1957, S. 118.
[42] Robert Bosch, "Tagesspiegel" vom 18 Mrz 1948.
[43] A. W. Dulles, Verschwörung in Deutschland, Kassel 1949, S. 170.
[44] R. Pechel, Deutscher Widerstand, Zürich 1947, S. 70.
[45] Mit Stauffenbergs Freunden wird dieser Kreis, da er auf dem Gut Kreisau des Grafen von Moltke zusammenkam, Kreisauer Kreis genannt.
[46] G. Weisenborn, Der lautlose Aufstand, Frankfurt am Main 1974, S. 165.
Klaus D. Schulze, Frankfurt am Main 2025
<Der antifaschistische Widerstand in Deutschland 1933..1945>