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Dienstag, 16. Juli 2019 - 18:30

Tom Uhlig: "Ähnlich, aber in irgendeiner Weise anders". Freuds Theorie des Sexuellen in der Gegenwart.

Vortrag an der Goethe-Universität Frankfurt/Main, Campus Riedberg
am Dienstag, den 16. Juli 2019, um 18:30 Uhr, im Seminarraum 3 Otto-Stern-Zentrum

Veranstaltet vom unter_berg, der Riedberger Basisgruppe der Hochschulgewerkschaft unter_bau. Im Rahmen der Vortragsreihe "Wissenschaft in Geschichte und Gesellschaft - Geschlecht und Geschlechtlichkeit."

Es funktioniert überall, bald rastlos, dann wieder mit Unterbrechungen. Es atmet, wärmt, ißt. Es scheißt, es fickt. Das Es..."
So beginnen Deleuze und Guatari den Anti-Ödipus, ihren großen Gegenentwurf zu Freud, der ihrer Ansicht nach die brodelnden Triebregungen auf einer Theaterbühne eingehegt und ihnen damit die Bedrohlichkeit genommen hatte. In ihrer Charakterisierung des Es, des Sexuellen, sind die Autoren aber in vielerlei Hinsicht näher an Freud, als einige der Nachfolger*innen, die sich in seine Tradition stellen: Das Sexuelle bei Freud hat heute wenig von seiner Anstößigkeit verloren, weshalb es nicht selten aus der Theorie getilgt wird. Zu fremd scheint die Annahme des frühkindlichen Sexuellen auch heute noch, zu präsent seine Bedeutung in der Freudschen Psychoanalyse. Anstelle der Beklemmung, die der Trieb und mit ihm die Einsicht, nicht "Herr im eigenen Haus zu sein", setzen sich Versuche seiner positivistischen Bestimmung durch die Neurowissenschaften oder seine Auflösung in Diskursen. Was aber ist das Sexuelle? Warum widerstrebt es seiner Liquidierung aus der Theorie? Wie lässt sich der Trieb materialistisch bestimmen, also jenseits idealistischer oder esoterischer Prämissen? Was bedeutet das Sexuelle für die Geschlechtwerdung? Und ist die Theorie, trotz der feministisch-psychoanalytischen Kritik an ihr, für eine feministische Praxis bedeutsam? In dem Buch Der Riss durchs Geschlecht (2018, psychosozial-Verlag) haben wir versucht, diesen Fragen nachzugehen. Im Vortrag soll der Weg, den wir dort beschritten haben, nachgezeichnet und Grundzüge Freuds Theorie des Sexuellen skizziert werden. Der Vortrag richtet sich auch an Interessierte, die mit psychoanalytischer Theorie bislang noch wenig zu tun hatten.

_source_ : message received on 8. Juli 13 Uhr

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