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Freitag, 21. Februar 2020 - 23:00

Soliparty mit den besetzten Häusern in Athen!

mit Nils, VegasMom, Pavlitchenko & friends und anderer eurer Lieblings DJs.

Mehr zur Situation in Griechenland gibt es am Mittwochabend, den 19. Februar, wo Genoss*innen aus Athen über die aktuellen Entwicklungen berichten

Am 7. Juli 2019 wurde in Griechenland gewählt und die konservative Nea Dimokratia (ND) hat die linke Regierung von Syriza, bis Januar noch in der Koalition mit den nationalistischen Unabhängigen Griechen (ANEL), abgelöst. Bereits Syriza ließ für den Wahlkampf 28 Besetzungen räumen, was ihre Abwahl jedoch nicht verhindern konnte. Das Wahlversprechen ND's, den traditio-nell anarchistisch geprägten Athener Stadtteil Exarcheia, von Anarchist*innen und Geflüchteten zu säubern hat sich seitdem in einer Welle der Repression geäußert. Der Stadtteil spielt eine wichtige Rolle in der Geschichte griechischer Widerstandsbewegun-gen. Hier begannen unter anderem 1973 die Student*innenproteste die zum Sturz der Militärdiktatur führten. Seitdem ist Exar-cheia das Herz der anarchistischen Hausbesetzer*innenbewegung Griechenlands. Seit 2015 leben auch viele Geflüchtete illegal in besetzten Häusern um den menschenverachtenden Bedingungen der Camps und Abschiebeknäste zu entkommen. Der Stadtteil bot illegalisierten Menschen die Möglichkeit sich frei zu bewegen ohne zu riskieren, von der Polizei kontrolliert zu werden, da diese den Befehl hatten, den Stadtteil zwar an Checkpoints zu umzingeln aber in der Regel nicht zu betreten.Exarcheia war seit jeher den Herrschenden ein Dorn im Auge, weil die offenen Plenas, Hausbesetzungen, illegalen Solipartys und nicht zuletzt wiederholte Angriffe auf Polizeibeamte ihre Autorität untergraben. Die Belagerung des Stadtteils unter ND soll ein Zeichen setzen und die anarchistische Bewegung zerschlagen, um ihn schließlich in eine tourismusfreundliche Wüste, wie sie in anderen Teilen der Stadt bereits verwirklicht ist, zu verwandeln. Durch den Law and Order Kurs der neuen Regierung wurde inzwischen das Universitätsasyl, welches staatlichen Repressionsbe-hörden das Betreten des Universitätsgeländes untersagte, abgeschafft. Die polizeiliche Schlägertruppe DELTA (heute Drasi - Action) welche für ihre Brutalität und rechtsradikale Gesinnung bekannt ist wurde wieder eingesetzt. Repressive Gesetze wurden verschärft. Diverse besetzte Häuser innerhalb und außerhalb von Exarcheia wurden geräumt und die Geflüchteten die darin ge-wohnt haben in Camps deportiert. Aus diesen Gründen haben wir am 19.02. Genoss*innen aus Athen eingeladen um aus erster Hand über die Situation vor Ort zu berichten. Im Anschluss wird es Raum für Diskussion und Fragen geben.