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Sonntag, 29. Januar 2023 - 12:30

29.01.2023
THE MASTER'S GOODWILL: NEW STRANDS OF HUMANITARIAN AID - STILL NOT ENOUGH

Sein guter Wille: neue Formen der humanitären Hilfe?

Die Ambivalenzen in der humanitären Hilfe sind von besonderer Schwierigkeit: Einerseits folgen sie dem akuten moralischen Gebot, Leid zu lindern, andererseits sind sie eine Fortsetzung kolonialer Praktiken, die zu einem großen Teil mitverantwortlich sind für die Entstehung von Krisen und eingebettet in die Weltordnung, die diese Katastrophen am Leben erhält. Dadurch entpolitisieren sie die Kontexte des Leidens und die Kämpfe vor Ort. Außerdem stellt sich die Frage, was es bedeutet "feuerwehrartig" zu helfen, in einer Welt die konstant brennt. Trotz aller Reformen der der humanitären Hilfe, wie z.B. im Rahmen des Humanitären Gipfels 2016, bleiben die Fragen bestehen.

Wenn wir die humanitäre Hilfe von einem gerechtigkeits- und menschenrechtsbasierten Ansatz aus betrachten, der in einem antikapitalistischen und dekolonialen Verständnis der Zukunft verwurzelt ist, stellen sich verschiedene Fragen: Wie kann die humanitäre Hilfe in Frage gestellt und verändert werden, um dieser Zukunft gerecht zu werden? Wie kann man sich die humanitäre Hilfe im Wandel vorstellen? Welche Aspekte müssen wir schützen, welche abschaffen? Angesichts der gar nicht so unwahrscheinlichen Zukunft eines brennenden Planeten: Wird humanitäre Hilfe als Reaktion auf Katastrophen obsolet sein? Kann die humanitäre Hilfe ein Teil der Transformation werden?

Tammam Aloudat ist eine der maßgeblichen Stimmen auf dem Gebiet der Dekolonisierung der globalen Gesundheit, insbesondere im Bereich der humanitären Hilfe. Als Arzt und humanitärer Helfer verfügt er über 20 Jahre Erfahrung in der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung und bei Ärzte ohne Grenzen (MSF), wo er bei Konflikten, Naturkatastrophen, Vertreibungen und Krankheitsausbrüchen sowohl in Projekten als auch in der Zentrale tätig war. Er hat sich mit Themen beschäftigt, die von medizinischen Standards und der Qualität der Versorgung über humanitäre Ethik und Palliativmedizin bis hin zum Zugang zu Medikamenten reichen. Der Präsident von MSF Niederlande und frühere geschäftsführende Direktor des Global Health Center des Genfer Graduierteninstituts ist auch Mitbegründer der Action to Decolonise Global Health (ActDGH).

Online, zur Anmeldung gehts hier: https://www.medico.de/decolonizing